DAVID GEGEN GOLIATH – Wenn Einzelkämpfer ins Rad der Geschichte greifen

Radiokolleg – David gegen Goliath
Gestaltung: Johannes Gelich

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Wer kennt sie nicht, die alttestamentarische Geschichte vom jungen israelitischen Hirten David, der den schier unbezwingbaren Riesen Goliath im Kampf bezwingt. Der Mythos vom kleinen, schwachen, unbeirrbaren Kämpfer, der einen scheinbar übermächtigen Gegner in die Knie zwingt, hat in vielerlei Gestalt Eingang in die abendländische Kultur gefunden und bis heute in der populären Kultur überlebt:

ob Charlie Chaplin, Inspektor Columbo oder Asterix und Obelix – all diese Geschichten leben von den kleinen Außenseitern, die sich mit den Mächtigen dieser Welt anlegen. Auf das Narrativ vom siegreichen David wird von Umweltaktivisten, die vom wackligen Schlauchboot aus gegen Riesentanker ins Feld ziehen, genauso zurückgegriffen wie von Rechtspopulisten wie Trump oder Orban.

Doch unabhängig von der politischen und ökonomischen Verwertbarkeit des dramaturgischen David-gegen-Goliath-Schemas, liegt es wohl in der Natur des Menschen, dass sich immer wieder Einzelkämpfer aufschwingen, um gegen einen übermächtigen Gegner und ein dahinterstehendes System aufzubegehren.

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DAS MASSAKER VON MARIKANA – Südafrikanische Minenarbeiter und die Verantwortung der BASF

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Am 16. August 2012
wurden in der südafrikanischen Bergbauregion Marikana 34 Minenarbeiter während eines Streiks von der Polizei erschossen. Die Kommission zur Aufarbeitung des Massakers offenbarte das Desinteresse des Staates und ihres Präsidenten Jacob Zuma, die wahren Schuldigen des Verbrechens zu finden.

Fünf Jahre später sind die Opfer des Massakers oder ihre Angehörigen in Mannheim, um den Chemiekonzern BASF an seine Lieferkettenverantwortung zu erinnern. BASF ist heute wie damals der Hauptabnehmer des Bergbauunternehmens LONMIN und bezieht aus den Minen von Marikana den wertvollen Rohstoff Platin – im Wert von zwei Millionen Euro täglich.

Das Edelmetall findet etwa in PKW-Katalysatoren Verwendung, während die Minenarbeiter das Platin unter gesundheitsgefährdenden Bedingungen schürfen. Der Konzern BASF bekennt sich in einer Selbstbeschreibung ausdrücklich zu seiner sozialen Verantwortung: „We create chemistry for a sustainable future“. Ob damit auch eine nachhaltige Zukunft der Bergarbeiter von Marikana gemeint ist, darf bezweifelt werden.