Krise der Männlichkeit

Die Suche nach einer neuen Maskulinität

Radiokolleg, 8.-11.11.2021, ORF, Ö1, Gestaltung: Johannes Gelich

greek man without penis

Spätestens mit dem Ende der 1990er Jahre sind der Mann und die Männlichkeit, wie einschlägige deutschsprachige Medien behaupteten, in eine tiefgreifende Krise geraten: „Problemzone Mann“, „Die Krisen des Mannes“, „Angeknackste Helden“, „Krise des weißen Mannes“, „Eine Krankheit namens Mann“, „Verdammt, wo bleibt die Männlichkeit“ sind nur einige der Überschriften von Artikeln, die zwischen 2000 und 2005 publiziert worden waren. Das 2003 erschienene Buch „Keine Zukunft für Adam“ des Humangenetikers Bryan Sykes prophezeite gar das Aussterben des männlichen Geschlechts in 125.000 Jahren, da das männliche Y-Chromosom nur eine degenerierte Variante des weiblichen X-Chromosoms sei und in Zukunft nur noch schädliche Mutationen hervorbringen werde.

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Das Vermächtnis des Umberto Eco

Narrative der Macht im Zeitalter der Verschwörungstheorien

ecocomic

Radiokolleg, 3.-5.1.2022, ORF, Ö1
Gestaltung: Johannes Gelich

Er war zweifelsohne der italienische Großmeister des historischen Romans: Umberto Eco. Am 5. Jänner 1932 im italienischen Alessandria geboren, erlebte Eco das Ende des 2. Weltkrieges als historische Epochenwende am eigenen Leib. Als die Partisanen nach der Eroberung eines kleinen Bergdorfs im südlichen Piemont Freudenschüsse in die Luft feuerten, bekam der junge Umberto erstmals eine Ahnung von Freiheit: „Wir Kinder stürzten hin, um die Patronenhülsen aufzusammeln, die kostbare Sammlerobjekte waren, aber ich hatte zugleich gelernt, dass Redefreiheit auch Freiheit von Rhetorik bedeutete“.

Die Auseinandersetzung mit der Sprache der Macht, der Rhetorik des totalitären Machtanspruchs sollte den späteren Schriftsteller, Philosophen und Semiotiker ein Leben lang begleiten: in seinem ersten, 1980 erschienenen Roman „Der Name der Rose“, der ihn über Nacht weltberühmt machte, beschäftigte sich der Autor mit der Frage, inwieweit das Lachen und die Komödie dem autoritären Machtanspruch der Kirche im Mittelalter zuwiderliefen.

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