
Radiokolleg, ORF, Ö1, 11. Mai 2026, 09:05
Gestaltung Johannes Gelich
In vielen Ländern der Welt macht sich ein fragwürdiges Gefühl der Nostalgie breit. Viele Menschen scheinen das Gefühl zu haben, dass die Zukunft nichts Gutes bringt, und sehnen sich deswegen nach der “guten alten Zeit” zurück. Wem nützt dieser nostalgische Nährboden und in welches Morgen führt er?
In seinem Buch “Retrotopia” diagnostizierte der polnisch-britische Soziologe und Philosoph Zygmunt Baumann eine “globale Nostalgie-Epidemie”. Diese epidemische Nostalgie fungiere als Abwehrmechanismus in Zeiten historischer Umwälzungen und nähre die verzweifelte Sehnsucht nach Kontinuität in einer fragmentierten Welt. Die Nostalgie bestehe aus dem Versprechen, jene vermeintlich ideale Heimat wiederzuerrichten, die für viele Menschen in der Vergangenheit liegt. Donald Trump und seine Maga-Bewegung (“Make Amerika Great Again”) beackern wie so viele andere rechtspopulistische Bewegungen diesen nostalgischen Nährboden.


















